Zu alt zum Auszug?

Das Problem:

Schützt allein hohes Alter vor einer Mietvertragskündigung?

Im vorliegenden Fall haben Vermieter ihren Mietern wegen Eigenbedarfs gekündigt. Diese wohnten in der Wohnung seit 18 Jahren und waren zum Zeitpunkt der Kündigung 80 bzw. 83 Jahre alt. Sie werden sich gegen die Kündigung, weil sie es für unzumutbar hielten ihrem Alter noch umziehen zu müssen. Außerdem waren sie gesundheitlich beeinträchtigt und aufgrund der 18-jährigen Mietdauer vor Ort verwurzelt. Schließlich verfügten Sie nicht über die finanziellen Mitteln um sich anderenorts eine Wohnung zu suchen.

Zum Zeitpunkt der Entscheidung waren die Mieter bereits 84 bzw. 87 Jahre alt.

Die Entscheidung:

Das Landgericht Berlin beschäftigte sich mit dem finanziellen Problem und dem gesundheitlichen Probleme gar nicht erst. Es urteilte, dass unabhängig von den konkreten Umständen, der Verlust der Wohnung für Menschen hohen Alters eine „Härte“ im Sinne des §§ 574 sich Abs. 1 S. 1 BGB bedeute. Dabei äußerte sich das Gericht nicht zu der Frage ab wann seiner Meinung nach ein ausreichend hohes Alter erreicht ist.

Eine vorzunehmende Interessenabwägung könne, so das Gericht, nur dann zugunsten des Vermieters ausfallen, wenn sich die Mieter eine Pflichtverletzung haben zu Schulden kommen lassen. Ohne eine solche nur dann, wenn das Interesse des Vermieters ein gewöhnliches berechtigtes Interesse übersteigt und sein Interesse an der Kündigung dieser als geradezu notwendig erscheinen lassen.