Mietwagen nach Unfall: Wie lange wird er bezahlt?

Das Problem:

Es kommt zu einem Verkehrsunfall, den einer der Beteiligten allein verschuldet hat. Das Fahrzeug des anderen ist irreperabel beschädigt, es ist ein Totalschaden. Daher mietet er sich ein anderes Fahrzeug an um mobil zu bleiben. Er nutzt das Mietfahrzeug so lange bis die Versicherung des Unfallgegners ihm den Schaden ersetzt hat, der ihm durch den Verlust seines Autos entstanden ist.

Erst mit diesem Geld kauft er sich ein  neues Auto und gibt den Mietwagen zurück. Danach will er von der Versicherung die Kosten für den Mietwagen haben. Die aber zahlt nur für die Zeit, die es gebraucht hätte einen Wagen wie seinen alten zu finden und zu erwerben. Hätte er das nämlich getan, dann wären die Mietwagenkosten geringer gewesen. Der Geschädigte aber konnte ohne Zahlung der Versicherung gar kein anderes Auto kaufen. Ihm fehlte dazu einfach das Geld.

Die Lösung:

Das Landgericht Saarbrücken sagte am 23.09.2016, Az.: 13 S 53/16, dazu, dass ein Geschädigter alles ihm zumutbare tun muss, um den ihm entstandenen Schaden so gering wie möglich zu halten. Diese sogenannte Schadenminderungspflicht ist auch unumstritten. Damit hat es der Versicherung im Grundsatz Recht gegeben. In der Regel bedeutet das, dass der Geschädigte sich sofort auf die Suche nach einem vergleichbaren Gebrauchten machen und er diesen erwerben muss.

Allerdings musste die Versicherung trotzdem bezahlen. Das Gericht war der Meinung, dass der Mietwagen dann länger benutzt werden kann, wenn der Geschädigte nicht die finanziellen Mittel hat um einen adäquaten Ersatz zu besorgen, und er den Unfallgegner oder dessen Versicherung davon unterrichtet hat. Auch muss der Geschädigte seine eigene Vollkaskoversicherung nicht in Anspruch nehmen. Dies zumindest dann, wenn der andere die alleinige Unfallschuld trägt.

Ein Tipp:

Wie auch in vielen anderen Fällen kann man hier nur dazu raten mit der Gegenseite zu kommunizieren. Erst wenn die gegnerische Versicherung von der finanziellen Situation erfährt kann sie der Sache zum Beispiel einen Vorrang in der Bearbeitung einräumen. So könnte sie den Schaden selbst geringer halten, und muss sich, spiegelbildlich, ein eigenes Verschulden an den höheren Mietwagenkosten vorhalten lassen.