Lohn bei Erkrankung während Krankheit?

Das Problem:

Wird ein Arbeitnehmer krank bekommt er für sechs Wochen sein Gehalt weiter bezahlt. Das soll den Arbeitnehmer vor krankheitsbedingtem Einkommensverlust schützen. Den Arbeitgeber schützt es  davor, dass er zu lange bezahlen muss ohne die Arbeitsleistung zu erhalten. Was aber passiert, wenn der Arbeitnehmer an etwas Neuem erkrankt bevor er die Arbeit wieder aufnehmen konnte?

Der Arbeitnehmer ist dann wegen eines neuen Grundes krankheitsbedingt arbeitsunfähig, so der Anspruch auf Entgeldfortzahlung neu entstehen könnte. Zumindest theoretisch aber könnte das den Arbeitgeber verpflichten für sehr lange Zeit Kosten tragen zu müssen ohne einen Nutzen zu haben.

Das Urteil:

Die Juristerei hat für dieses Problem den Begriff des „einheitlichen Verhinderungsfalles“ geprägt. Ein neuer Anspruch auf Entgeldfortzahlung entsteht nur dann, wenn der Arbeitnehmer zwischen den beiden Erkrankungen gesund gewesen war. In seinem Urteil zum Aktenzeichen 5 AZR 505/18 hat das BAG bestätigt, dass der Arbeitnehmer für die zwischenzeitliche Genesung beweisbelastet ist. Bleiben daran Zweifel, gehen diese zu Lasten des Arbeitnehmers.